Die Reise nach Ascalon -von Sylvara und Nohlan

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Die Reise nach Ascalon -von Sylvara und Nohlan

Beitrag von Gast am Mi Mai 22, 2013 10:06 am





...es war ein milder, ruhiger Abend am Flussufer von Löwenstein. Es war eine Zusammenkunft von Dieben, die an einer Versuchsreihe teilnehmen sollten. Es war jener Abend, der das Leben von zwei Thieves komplett verändern sollte...













Das Feuer knisterte in der Mitte des Versammlungskreises und alle Augen waren auf Professor Funkelstein gerichtet. Obwohl von kleiner Natur, wirkte der Asura an jenem Abend auf dem Stein auf dem er stand groß, nicht seiner Größe wegen, sondern wegen der Ansprache die er vor den Versammelten hielt. Die Welt die im Wandel stand, ließ ihm zu einer Versuchsreihe verleiten. Sie sollte keine besonderen Erkenntnisse hervorbringen... aber nur für die meisten unter ihnen...






Der nächste war an der Reihe. Etwas von sich benommen torkelte Brandon Thorneworth zurück in die Reihe der Versuchskandidaten, hatte aber noch genug Kraft um mit Snip Vile zu scherzen, die einst gemeinsam mit Nohlan den Thieves beitrat. Als Sylvara dann zu dem Professor vortrat und den Versuch über sich ergehen ließ, ließ noch nix auf das Kommende hindeuten. Einzig Nohlan überstand den Versuch nur kniend am Flussufer, doch der Test sollte bald noch mehr aufzeigen...






Einen Monat später, am Strand vor Löwenstein, an dem Tag als die Gilde von Sylvara Cam Wethrin eingeführt wurde, versammelte Herr Funkelstein die Mitglieder um sich, um eine erschreckende Nachricht kund zu tun...






Sylvara und Nohlan sollten, eine in der Arkan-Forschung genannte, energetische Flukation haben. Ihre Drachenlinien, also ihre natürlichen und übernatürlichen Energien waren in einem außerordentlichen Bereich, was im Hinblick auf die Situation Tyrias gefährliche Auswirkungen haben könnte. Professor Funkelstein rat den beiden in eines der verseuchten Gebiete zu reisen, südlich der Stahlaugen-Spanne, tief im Westen des Charr-Reiches, im ehemaligen Ascalon sollten sie die Schneise der Zerstörung aufsuchen. Er vertraute ihnen seinen Flukomp an, mit dem sie sich in der Schneise der Zerstörung Reinigen sollten...






Vorbereitungen wurden getroffen, Drun wurde an die Obhut Tetsuya's unterstellt, der in der Abwesenheit Sylvara's, seine Wohnung mitbenutzen durfte.
Es waren nervöse Gespräche, jeder versuchte zu beruhigen und doch war die allgemeine Unruhe stets präsent. Die Zeit war begrenzt und doch gingen alle gemeinsam zurück nach Götterfels um auf den eigentlichen Anlass anzustoßen, der Gilden-Einweihung. Doch schon am nächsten Morgen, als die Sonne noch nicht den Horizont erblickte, der Tau noch an den Pflanzen hing und die kühle Luft für Gänsehaut sorgte, sollte für Sylvara und Nohlan die Reise beginnen...






Von Götterfels aus begannen die Beiden ihre Reise nach Ascalon. Ihre schweren Lederrucksäcke waren gefüllt mit genug Proviant für die lange Reise. So fand sich ein Laib Brot, ein Stück Hartkäse von den Klosterbauern im Forst der Königin, einige Nüsse und frische Trauben darin. Ausserdem ein Lederbehältnis gefüllt mit Wasser, ein kleines Messer, ein kleines Netz zum Fangen von Fischen und eine Schleuder zum Erlegen von kleinem Wild. Beide hatten zudem einen festen Mantel dabei, der ihnen bei schwerem Unwetter Schutz bat und zugleich bei Nacht als Decke dienen konnte. An Nohlans Rucksack hing zudem ein Käfig, in denen einige Brieftauben auf ihre Aufgabe warteten, um im Notfall das Lager der Thieves kontaktieren zu können. Sylvara dagegen schwörte auf ihren Raben Petri, der sich stets verdeckt hielt und nur durch ein Pfeifen von ihr angeflogen kam.
Kaum hatten sie sich einige Kilometer von der schützenden Stadt entfernt, hörten sie von Weitem laute Schlachtgeräusche und ehe sie es realisieren konnten, befanden sie sich schon mitten in einem Angriff der Zentauren auf einen Vorposten der Wachsamen. Doch sie waren nicht alleine und so schlugen sie sich durch die Angriffswellen der gepanzerten Reiter...






Doch sie wagten sich zu weit hinaus und plötzlich waren sie allein, umgeben von Zentauren. Sie kämpften um ihr überleben, als vor Nohlan ein Zentaure von der Wucht eines schweren Streitkolben zur Seite niedergestreckt wurde. Ein mächtiger Norn schwang seine Waffe leicht wie eine Feder durch die Horden der Zentauren und befreite die beiden Reisenden aus deren Fängen. Sein Name wirkte wie ein Stempel auf seine Person, Krag Schädelspalter. Ein tapferer, sowie robuster Kämpfer der Wolfsbanner. Nach einem kurzen dankenden Gespräch mit ihm und einer Diskussion darüber, was Ehre für einen Norn bedeutet, gaben sie sich die Hand als Verteidiger des Landes und setzten ihre Reise fort...






Es hätte kein schönerer Tag für die Reise sein können, die Vögel zwitscherten auf den grünen Bäumen, Insekten zogen über die Felder und die Sonne erstrahlte so hell und warm, das sie sich tagsüber von ihren Mänteln befreiten.
Als die Sonne langsam unterging und unzählige Sterne über Tyria sichtbar wurden, zog ein leicht kühler Wind über die Gräser. Sylvara zog ihre Kapuze über ihren Kopf, und sah in der Ferne die Gemäuer des Kloster Eldvin. Vor dem Haupteingang, neben einigen Bienenstöcken aus denen ein lautes Summen drang, standen einige wohl gekleidete Frauen. Sie waren auf dem Weg in das Kloster um das vor Ort hergestellte Met zu probieren. Zu gern wären sie an diesem späten Abend ihnen ins Kloster gefolgt, doch Nohlan begnügte sich mit einer Honigwabe die er im Schutz der Dunkelheit entnommen hatte. Doch die süße Kost sollte schnell ihren Preis fordern...






Einige Meter weiter machten die Beiden an einer Kreuzung halt. Der Honig war mittlerweile gut eingewickelt in Leinenstoff, doch Nohlans rechte Hand war überzogen mit Stichen nach der Honigstiehl-Aktion. Sylvara deutete auf den Boden und setzte sich, holte ein Täschchen heraus und entnahm einige Blätter die sie auf seine Hand legte und mit Leinenstoff umwickelte. Nohlan musterte die Heilkünste von seiner Reisebegleitung im Licht einer im Wind schwankenden Laterne die inmitten einer Weggabelung stand und nickte Sylvara zuversichtlich zu. Bisher war es ein Abenteuer ganz im Geschmack der beiden Reisenden, es war mehr ein Ausflug -ein Spaziergang. Doch je weiter sie in den Osten zogen, desto klarer wurde ihnen, das es nicht dabei bleiben sollte...






Zwei Tage zählten sie seit ihrem Aufbruch, als sie in einem kleinen Dorf halt machen wollten. Hier schien nichts so wie es sein sollte, die Bewohner wirkten eingeschüchtert, die Arme über ihren Köpfen verschränkt. Eine alte Frau lief mit einem Dolch im Anschlag umher, sie wirkte wie eine Hexe aus den Märchengeschichten die Nohlan in seiner Kindheit zu hören bekam. Nun flößte sie auch den beiden Angst ein, sie zogen sich zurück und beobachteten das Geschehen aus der Ferne. Alles wirkte so unglaubwürdig und den beiden wurde klar, dass dies nicht länger ihre Aufgabe war. Entschlossen zogen sie weiter Richtung Osten, die Köpfe blickten immer wieder über ihre Schultern zu dem geheimnisvollen Dorf. Sie waren nun nicht mehr unter der Obhut der Wachsamen, die Gegend wirkte trist und verlassen. Sylvaras Augen leuchteten auf, ungläubig starrte sie in die Ferne, lief voraus und blieb vor einer Brücke stehen...






Sie standen vor der Siedlung Ascalon. Hier hatten sich einst die Flüchtlinge aus Ascalon niedergelassen, nachdem sie über die Zittergipfel vor den Charr geflohen waren. Und es war ein sehr vertrauter Ort von Sylvara, denn in dieser Siedlung verbrachte sie einen großen Teil ihrer Kindheit mit Arsene Lupin. Die Siedlung wirkte majestätisch, als wollte man einst ein neues großartiges Ascalon schaffen. Sylvara schwebte in Erinnerungen als sie die Siedlung durchquerten. Doch die größte Überraschung erlebten sie erst bei den Füllhorn-Feldern, östlich der Siedlung. In einem kleinen Fischerdorf, angelte ein alter Bekannter aus alten Zeiten auf einem Steg. Sylvara kaufte bei ihm als Kind oft einen Fisch wenn es etwas zu feiern gab. Sie beobachteten den alten Mann einige Zeit, aber zogen dann doch weiter, mit dem Vorhaben auf dem Rückweg ihm einen Besuch abzustatten und einen Fisch für die Gemeinschaft mitzunehmen...






Auch der dritte Tag neigte sich dem Ende, als hoch am Horizont sich ein Schiffsmast gen den Sternen erhob. Doch gewaltiger als der Mast selbst, war das dazugehörige Schiff, welches auf einem riesigen Torbogen lag, gesichert mit einigen schweren Seilen. Sie erreichten die ehemalige krytanische Stadt, eine nun gewaltige Handelsmetropole, Löwenstein. Vor den Toren machten sie Rast und bewunderten das blühende Zentrum Tyrias. Doch es blieb ihnen keine Zeit sich in den Tavernen und Strandbars Löwensteins niederzulassen -noch bevor jemand sie vor den Toren entdeckt haben könnte, gingen sie weiter...






Die Zittergipfel! Nohlan hatte schon in der Abtei von Götterfels versucht, möglichst viel über diese Gebirgskette zu erfahren, um auch nur einen Teil seiner Angst abzulegen. In der Ferne hingen die Wolken an den Spitzen des Gebirges, es war beeindruckend und furchteinflößend zugleich. Nach alledem was er in den Büchern der Abteil gelesen hatte, sollte es ein harter, lebensbedrohlicher Weg werden. Und er sollte Recht behalten...

Der Weg wurde mit der Zeit immer steiler, in der Ferne waren Schreie zu hören, Schlachtgeräusche durchdrangen ihre Ohren. Es waren wieder Zentauren, die die Bewohner am Hang des Gebirges tyrannisierten. Mit eiligen Schritten setzten sie ihre Reise fort, vorbei an den Gräueltaten der Zentauren und den brennenden Gebäuden. Ihre Aufgabe war klar, sie konnten sich eine Einmischung nicht erlauben, eine Verletzung kurz vor dem Pass in das Zittergipfel-Gebirge hätte später tödliche Auswirkungen haben können...






Eisiger Schnee peitschte gegen die Reisenden, Sylvara zog ihre Kapuze weit ins Gesicht, doch der kalte Sturm drang auch in die noch so kleinsten Spalten. Mit der einen Hand an der Kapuze und der anderen Hand fest am Mantel kämpften sie sich durch Wind und Schnee, doch kamen sie nur sehr langsam voran. Sie waren in der Zitterspur-Front unterwegs und was sie hier erwartete, stellte alles Bisherige in den Schatten. Das Gesicht schmerzte und die Füße waren taub vor Kälte, doch setzten sie einen Fuß vor den anderen. Sylvara schrie durch den Sturm zu Nohlan, dass sie dringend einen Unterschlupf finden mussten. Doch vor ihnen war nur eine weiße Hügellandschaft, soweit sie es durch den dichtfallenden Schnee erkennen konnten. Doch dann, es erschien wie die Antwort auf ihre Gebete, vor ihnen schimmerte ein Licht aus einer kleinen Höhle, weit unterhalb einer großen Felsformation. Nohlan lief nun eng neben Sylvara, legte einen Arm um sie und half ihr gegen den eisigen Wind anzukommen, Stück für Stück kamen sie dem Licht näher. Die Erleichterung war den beiden ins Gesicht geschrieben, als sie ihre Kapuzen von ihren Köpfen abstreifen konnten. Die Höhle in der sie waren, stellte sich als ein Zugang heraus, den eine Fackel am Eingang markierte. Treppen führten hinauf in eine steinerne Festung die über der Felsformation trumpfte. Sie setzen sich an ein Feuer inmitten der Festung, legten ihre Ausrüstung ab, sahen sich an und wussten, dass sie nur knapp ihrem Tod entgangen waren...






Der Morgen des fünften Tages brach an. Nohlan blinzelte in das Feuer, schob seinen Mantel von sich und richtete sich auf. Sein Blick fiel zum Schlafplatz von Sylvara, doch sie war nicht da. Stattdessen kam sie mit gesenktem Haupt durch die Festung gelaufen und hockte sich zu Nohlan ans Feuer. Sie erzählte ihm von einem merkwürdigen alten Mann der sie ausserhalb der Festung ansprach, als sie sich umsehen wollte. In einem rauen und dunklem Ton wies er sie darauf hin, dass sie den Tod mit sich bringen würden -ehe er in einem Schwall aus Rauch verschwand.

Nohlan sah ihr ungläubig in die Augen, strich ihr durch ihr weißes Haar und beruhigte sie. Die Kälte und die Erlebnisse würden ihnen zunehmend zusetzen. Sie nahm ihn an die Hand und führte ihn auf ein Plateau oberhalb der Festung. Der Ausblick war beeindruckend und dennoch seufzte Nohlan bei dem Anblick des Gebirges vor ihnen. Sie sollten noch einen langen Weg durch die eisigen Weiten vor sich haben...






Sam lief zwischen Sylvara und Nohlan hin und her, ehe Nohlan ihm ein Stück Trockenfleisch zuwarf. Sie hatten den jungen Djungelpirscher in der Nähe der alten Heimat Sylvara's in einem Gebüsch vorgefunden, völlig verängstigt und ohne Schutz. Nohlan befreite ihn aus dem Gestrüpp und seither folgte der Djungelpirscher ihnen auf Schritt und Tritt. Sylvara taufte ihn schliesslich auf den Namen Sam und spätestens zu diesem Zeitpunkt, wurde Sam ihr treuer Wegbegleiter.

Von dem Unwetter dem Tag davor, war nichts mehr zu spüren, sie kamen zügig voran. Doch die Folgen des Unwetters sollten sich erst noch zeigen...






Sylvara glaubte erst ihren Augen nicht, lief dann schnellen Schrittes zu einem Felsen am Wegesrand. Hinter einem felsen hockte zusammengekauert ein kleiner Junge. Doch sein Blick war erfüllt von Leere, seine Lippen waren blau und seine Haut blass. Das Leben dieses Jungen hatte bereits seinen Körper verlassen. Ein weißer Wolf knurrte die beiden an und schien den Jungen beschützen zu wollen.
Es war ein Moment wie dieser, der ihre Hände taub und ihre Gesichter kreideblass werden ließ. Sylvara ließ ihren Rucksack vom Rücken gleiten und lief zum Jungen, ehe sie vor ihm auf die Knie zusammensackte. Nohlan hielt derweil den hungernden Wolf mit einigen Trockenfleischstücken von ihnen fern. Doch diese Tragik konnte niemand mehr rückgängig machen und so beschlossen die beiden, zumindest die Angehörigen ausfindig zu machen...







Als es bereits dunkel wurde und die Temperatur deutlich fiel, trafen sie noch auf einen Bauernhof auf welchem Dolyaks gehalten wurden. Der Besitzer kam ihnen schon entgegen, doch wusste er leider nichts von einem Jungen. Die Erschöpfung war den beiden nun ins Gesicht geschrieben, niedergeschlagen schauten sie sich gegenseitig an. Es sollte nicht ihr Tag gewesen sein, und so setzten sie gebrochen und schweigend ihren Weg fort...






Das Bibbern der beiden war nun nicht mehr zu überhören, als in der Ferne das Flimmern von Fackeln auf den Zinnen eines Außenpostens zu sehen war. Eilig suchten sie Schutz in den Gemäuern und fanden schliesslich einen Schlafplatz einer Nebenküche. Fünf volle Tage waren sie nun schon unterwegs, Zeit genug für Nohlan ihr Proviant durchzuchecken. Sylvara tat es ihm gleich und kramte alles aus ihrem Rucksack, bis sie schließlich eine Rebe voller brauner miefiger Rucksack-Weintrauben hinauszog. Nohlan musterte zur selben Zeit den Käfig der die ganze Zeit über unter seinem Rucksack hing. Er öffnete die kleine Gittertür und nacheinander fielen gefrorene Brieftauben vor ihre Füße.
Sie sahen sich gegenseitig mit großen Augen an und verfielen für den nächsten Moment ins Gelächter bis ihre Augen tränten...
Im Laufe des restlichen Abends saßen die beiden zusammengekuschelt vor dem Kamin, die Rucksackweintrauben vor ihnen und die gefrorenen Brieftauben zum Auftauen säuberlich gereiht auf dem Kaminsims, von denen sich hin und wieder Sam eines stibitzte...






Zwei Tage folgten sie noch den schneebedeckten Wegen des Zittergipfels. Die Nähe zur Schneise der Zerstörung machte sich allmählich auch bemerkbar. Vor allem Nohlan gab immer mehr verwirrende Satzpassagen von sich. Die Drachenmagie in ihnen wurde durch die Nähe zu Zhaitan stärker, sowie das Verlangen nach ihm. Doch eines hielt ihn stets davon ab, für eine längere Zeit Zhaitan zu verfallen -Sylvara. Sie stand wie ein Fels in der Brandung, zwischen ihm und Zhaitan. Doch ließ sie sich in seiner Gegenwart auch hin und wieder von ihm verleiten, auch ihrer Drachenmagie nachzugeben.

Es wurde spürbar wärmer unter ihren Mänteln, immer mehr Bäume reihten sich aneinander und der Boden war nur noch stellenweise vom Schnee bedeckt. Sie sollten das alte Ascalon erreicht haben, welches sich ihnen durch gewaltige Ruinen darbot...






Es war so wie Nohlan es sich immer erträumt hatte, die Vorstellung was die Ruinen einst darstellten ließ ihm keine Ruhe. Sylvara, die die ganze Zeit an seiner Seite lief, sah dagegen in der Ferne ein kleines Gewässer zwischen den Ruinen. Obwohl die Sonne noch nicht mal ganz aufgegangen war, ließ sie ihren Mantel von ihren Schultern streifen und stürzte sich kopfüber von einer kleinen Holzbrücke in das kühle Nass. All die Sorgen der Zittergipfel und ihrer Reinigung waren vergessen, sie hatten nun endlich ihr Ziel erreicht. Und so verstrichen noch einige ihrer verdienten Stunden...






Als sie im Laufe des achten Tages die Schneise der Zerstörung erreichten, war ihnen noch nicht bewusst was sie erwarten würde. Die riesige Schneise, im Volksmund auch Drachenbrand genannt, wurde einst durch den Altdrachen Kralkatorrik verursacht, als er gen Süden in die Kristallwüste flog. Alles über was er einst flog, verwandelte sich in lebendiges Glas, in schwarz entstellte Karikaturen ihrer früheren Gestalt.
Der Arm von Sylvara war von blauleuchtenden Linien überzogen und sie fühlte sich zunehmend schwächer. Doch beide kämpften sich mit ihren letzten Kräften tief in die Schneise, als im nächsten Augenblick Sylvara zusammenbrach. Nun war es an Nohlan die Reinigung durchzuführen. Er griff in den Rucksack, nahm das Flukomp und hielt es vor sich. Doch ein schwarzer Nebel verhüllte Nohlan, durch seine Augen zog ein schwarzer Schleier.... er musterte argwöhnisch das Gerät vor sich.... ..... .....

Nohlan trug mit seiner letzten Kraft Sylvara aus dem Drachenbrand, als sie in seinen Armen die Augen langsam öffnete. Er selbst konnte sich nur noch bruchstückhaft an die Reinigung erinnern und so beruhigte er sie, dass die Mission erfolgreich gewesen sei.

Sylvara erholte sich schnell, je weiter sie sich von der Schneise entfernten. Und so machten sie sich auf den Weg, zurück in ihre Heimat...






Der Tag näherte sich dem Ende, es war ruhig geworden zwischen den beiden. Es fühlte sich an, als gingen sie abwärts, die Schritte fielen leichter und doch waren sie trostlos in ihren Gedanken gefangen. So schwierig die Reise auch erschien, so nah hatte es sie zusammengeführt. Und das baldige Ende ihres Abenteuers trübten diese Gedanken.

Doch dem gegenüber stand die Vorfreude, ihre Lagerfreunde wieder zutreffen. Sylvara konnte schon bald wieder Drun in die Arme schließen und auch die anderen sollten dazu beitragen.

Und so liefen sie, Seite an Seite den langen Weg wieder zurück, den sie einst eingeschlagen hatten...






Doch erlebten sie den Rückweg weniger unbeschwert als es den Anschein hatte. Merkwürdige Schatten suchten sie immer wieder heim und die Gedanken an Zhaitan waren noch nicht vorüber...
Als es Nohlan zunehmend schlechter ging, schickte Sylvara ihren Raben Petri mit einem Hilfegesuch zu dem Professor Funkelstein. Doch die Antwort die der Vogel wiederbrachte, schockte Sylvara. Gnimsch Funkelstein sollte in dem Seraphen-Gefängnis in Götterfels festsitzen. Der Brief schaffte eine neue Aufgabe, die das Ende der Reise zu einem Anfang einer neuen Mission auferlegte.
Und so zogen sie weiter, für sich, für Gnimsch und für die Gemeinschaft...









Und so kam jener Tag, der das Ende ihrer schicksalhaften Reise bedeutete. Sie standen vor Löwenstein und schauten sich noch einmal um. Die Gedanken hingen noch einmal an der Zeit. Trotz der Erleichterung, so überkam sie nun der Wehmut. Die Entdeckung des Fremden wurde für sie zur Entdeckung des Selbst, aber vor allem, des Zueinander.
An diesen Abend schauten sie wohl in einen der wundervollsten Sternenhimmel. In der dunklen, aber zauberhaften Nacht, vor den Toren Löwensteins, kamen sie sich noch einmal näher und schlossen die Reise auf ihre Weise ab, mit der wohl schönsten Sache der Welt!




Vielen Dank fürs Lesen und auch vielen Dank an Sylvi für diese wunderbare Reise! Wink

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Re: Die Reise nach Ascalon -von Sylvara und Nohlan

Beitrag von Sylvara Cam Wethrin am Do Mai 23, 2013 3:19 am

Wow Nohlan *Hut zieh* Vielen vielen dank, das bedeutet mir wirklich wahnsinnig viel *knuddl* wunderschön gemacht !!!
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